Ethik im Alltag von Pflege – Instrumente zur Reflexion und Entscheidungsfindung

Dozentin: Jutta Althoff

Zielgruppe: 

Führungskräfte (m/w) aus ambulanten und stationären Altenhilfe- und Behinderteneinrichtungen

Ziel:

Es werden zwei konkrete ethische Instrumente für die Praxis vorgestellt und eingeübt, die den Teilnehmenden eine Implementierung in ihrem Arbeitsfeld ermöglichen.

Inhalte:

Schon jetzt – aber in Zukunft noch zunehmend – müssen in Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe schwierige Situationen bewältigt und Entscheidungen getroffen werden. Dafür sind ethische Wachsamkeit und Sensibilität erforderlich, die sich primär an den Bedürfnissen und dem Willen der Bewohnerinnen und Bewohner orientieren. Insbesondere Entscheidungen, die das Lebensende betreffen sowie das erforderliche Wissen darum, was ein Mensch im Angesicht des Todes noch an medizinisch-pflegerischen Maßnahmen wünscht und oder in bestimmten Situationen noch in ein Krankenhaus eingewiesen werden will oder nicht, sind von großer Bedeutung. Bleiben diese Fragen ungeklärt, äußert sich dies in der Realität beispielsweise mit dem sogenannten „Drehtüreffekt“: Einweisung in die Klinik – Rückverlegung ins Heim – Einweisung in die Klinik – und so weiter ….

Fragen, wie „Welche Maßnahmen sind im Sinne des Bewohners – sind gut für ihn/sie?“ stellen sich aber nicht erst zu einem Lebensende – sie sind der Alltag der Pflegenden. „Was tue ich, wenn sich ein Bewohner nicht waschen lassen oder gar nicht erst aufstehen will?“ Eine kontinuierliche Fortentwicklung der ethischen Kompetenz ist unverzichtbar.

„Immer wenn sich ein Mitarbeiter (m/w) extrem unwohl fühlt, wäre es gut, so eine [ethische Fall-] Besprechung machen zu können.“ Praxisbezogene Fallbesprechungen stellen einen großen Mehrwert innerhalb ethischer Reflexionsräume dar. Hier bieten sich Ort und Zeit, die im Alltag oft unerträglichen Widersprüche oder Erlebnisse von Ohnmacht ansprechen zu können. Stellen sich viele Widersprüche auch als nicht auflösbar heraus – selbst dies kann be- und verarbeitet und anschließend im Umgang mit den Pflegebedürftigen bedacht werden.

Das gemeinsame Wissen darum, dass sich existenzielle und dennoch nicht auflösbare Widersprüche akzeptieren lassen, führt zu einer großen psychischen Entlastung bei den Mitarbeitenden.

Themen:

  • ethische Grundbegrifflichkeiten und ihre Bedeutung für die Arbeitsfelder Alten- und Behindertenhilfe
  • Modell einer ethischen Fallbesprechung
  • Modell einer Ethikvisite
  • Erarbeitung und Einübung der Methoden anhand von Fallbeispielen

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